Algarve mit dem Camper
Mit dem Camper an die Algarve: Praia da Marinha, Benagil-Höhle, Algar de Boneca, Cabo de São Vicente, Lagos, Bootstour und Vanlife-Tipps für Portugal.
3000 Kilometer und noch mehr, das ist Celia im Februar allein gefahren, um den kalten Winter zu entkommen und hat sich zudem den Wunsch erfüllt, endlich Portugal zu erreichen. Zwar ist bekannt, dass die Algarve sehr schön ist. Aber als Celia dann live an der Küste stand, hat es ihr fast den Atem verschlagen, so unglaublich wundervoll war die Aussicht. Im Mai durfte dann Roberto ebenfalls begeistert sein.
Praia da Marinha – Ankommen und erstmal kochen
Celia stoppte und erlebte ihren ersten, großen Algarve-Moment am Praia da Marinha. Der Parkplatz war schon Ende Februar übervoll, aber Camper Master Ole ist zum Glück nicht zu lang. Praia da Marinha zählt zu den bekanntesten Stränden der Algarve. Man kann von hier aus wunderschöne Küstenwanderungen unternehmen. Man muss nicht viel planen. Einfach loslaufen, immer wieder stehen bleiben, schauen, fotografieren und diese Landschaft genießen.
Wie so oft wurde aus dem Küstenspaziergang auch wieder eine kleine Wildpflanzen-Entdeckung. Am Wegesrand standen Kohldisteln. Unser Ziel ist es in jedem Land ein traditionelles Gericht mit Wildkräutern zu kochen. Aus den gefundenen Kohldisteln hat Celia dann im Camper die wilde Variante der portugiesischen Caldo Verde gekocht, lecker, einfach und gesund.
Doch zuvor besuchte sie die Höhle Benagil, einer der wahrscheinlich bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Algarve. Leider konnte Celia an diesen Tag nicht mit dem Boot hineinfahren, sondern sie nur von oben ansehen. In diesem Moment war der Entschluss gefasst: Wiederkommen und unbedingt eine Bootstour an der Algarve unternehmen, egal wie touristisch es ist.
Algar de Boneca – Kleine lebendige Krabben und coole Cocktails
Im Mai kam Roberto nach Portugal und wir fuhren gemeinsam wieder an die Algarve. Diesmal ging es zuerst nach Algar de Boneca. Dieser Ort ist ebenfalls wunderschön. Überall gibt es Felsen mit kleinen Höhlen, Durchblicke zum Meer und tolle Fotomotive. Wir haben dort unzählige Bilder gemacht, weil einfach jede Ecke spannend aussah. Wir konnten es auch nicht lassen, den vielen kleinen Krabben beim herumkrabbeln zuzuschauen.
Direkt in der Nähe liegt das Restaurant Boneca. Wir hatten gehofft, dort einen Platz zu bekommen, aber leider war alles voll. Dafür gab es auf Nachfrage Cocktails to Go. Also sind wir mit unseren leckeren Cocktails an die Klippe gegangen und haben dort einen fantastischen Sonnenuntergang mit bestem Ausblick angeschaut. Ein grandioser Moment in unserem Leben, der schöner kaum sein kann.
Cabo de São Vicente – ganz im Westen von Europa und die letzte Bratwurst vor Amerika
Bevor es weiter nach Lagos ging, machten wir noch einen Abstecher zum Cabo de São Vicente. Das Kap liegt ganz im Südwesten von Portugal und gilt als südwestlichster Punkt des europäischen Festlands. Am Cabo de São Vicente fällt die Steilküste bis zu 75 Meter tief ins Meer ab. Unten kracht der Atlantik gegen die Felsen und oben steht der Farol do Cabo de São Vicente, einer der bekanntesten Leuchttürme Portugals. Der Ort hat schon eine lange Geschichte. Früher galt dieses Kap als heiliger Ort und wurde von den Römern „Promontorium Sacrum“ genannt, also heiliges Vorgebirge. Später stand hier ein Franziskanerkloster. Der heutige Leuchtturm wurde im Jahr 1846 auf den alten Klosterruinen errichtet und diente Bauchheute noch den Schiffen als wichtige Orientierung an dieser rauen Atlantikküste.
Und dann gibt es dort noch etwas: die berühmte Bratwurstbude „Die letzte Bratwurst vor Amerika“. Mitten an der portugiesischen Algarve, am Rand Europas, steht ein deutscher Imbisswagen und verkauft Bratwurst. Seit 1996 gibt es diesen Stand dort. Natürlich ist das touristisch und ein bisschen skurril.
Lagos – wundervolle Altstadt, traumhafte Bootstouren und Folterduschen auf dem Campingplatz
Danach ging es weiter nach Lagos. Dort haben wir sehr günstig auf einem Campingplatz gestanden. Die Lage war wirklich gut, denn wir konnten von dort aus alles zu Fuß erreichen. Der Camper stand schattig und die französischen Mädels als Nachbarn nett.
Das war aber leider auch schon fast alles Positive an diesem Platz. Der Campingplatz selbst war wirklich unterirdisch. Die Duschen glichen eher einer Folterkammer und wirklich einladend war dort nichts. Außer der Preis. Für Lagos nahmen wir es in Kauf.
Grandios dafür war unsere Bootstour. Wir steuerten viele Höhlen an, fuhren zu Felsen, sahen die Klippen und die tollen Farben des Meeres in den Buchten. Der Guide erzählte spannende Geschichten und das freundlich und munter, obwohl er sicherlich schon tausendmal erzählt hat.
Natürlich sind solche Bootstouren touristisch. Aber manchmal ist touristisch eben trotzdem schön. Für uns hat es sich auf jeden Fall gelohnt und es war eines der Highlights an der Algarve.
Nach der Bootstour haben wir uns noch Lagos angesehen. Die Altstadt ist interessant und schön. Es gibt viele kleine Gassen, Cafés, Restaurants, Geschäfte und viele Ecken, an denen man einfach ein schauen und die Häuser und ihre Gemälde bestaunen kann.
Lagos ist natürlich ebenfalls touristisch, aber die Stadt hat trotzdem ihren Charme und wir empfehlen sie entspannt zu durchschlendern.
Tipps für Camper und Vanlifer an der Algarve
Die Mischung aus goldenen Klippen, rauem Atlantikmeer, wilden Wegen, kleinen Höhlen, und gemütlichen Altstädten macht die Algarve für uns so besonders. Sie ist touristisch, ja, aber trotzdem wunderschön. Wer mit dem Camper unterwegs ist, erlebt hier nicht nur Postkartenmotive, sondern auch echte Vanlife-Momente: volle Parkplätze, einfache Campingplätze, spontane Stopps, Sonnenuntergänge an der Klippe und Ausblicke, bei denen man einfach stehen bleiben muss. Für uns war die Algarve mehr als nur ein schönes Reiseziel in Portugal. Es war dieser Mix aus grandioser Natur, dem Meer, Wildpflanzen, Bootfahrt und der Zipfel von Europa.
Noch ein paar Tipps für die Algarve:
Parken & Übernachten: An bekannten Orten wie Praia da Marinha oder Benagil wird es schnell voll auch mit Campern. Früh ankommen lohnt sich, auch außerhalb der Hauptsaison. In Lagos ist ein Campingplatz in Laufnähe praktisch, selbst wenn er nicht schön ist.
Bootstour einplanen: Die Küste ist von oben schon beeindruckend, aber vom Wasser aus sieht man die Höhlen, Grotten und Felsen noch einmal ganz anders. Auch wenn es touristisch ist – für uns hat sich die Bootstour ab Lagos wirklich gelohnt.
Wanderschuhe statt Flipflops: Viele schöne Aussichtspunkte, Küstenwege und Felsen an der Algarve erreicht man besser zu Fuß. Die Wege sind oft staubig, steinig und bei Regen rutschig und gehen oft direkt an der Klippe entlang.












