Andorra
Andorra mit dem Camper: Route durch die Pyrenäen, Tipps zu Andorra la Vella, Parken, Übernachten, Passstraße und Vanlife zwischen Spanien und Frankreich.
Im Juni wurde es in Südspanien so heiß, dass Celia es an der Costa del Sol kaum noch ausgehalten hat. Unten fast 40 Grad, oben in der Ferne noch die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada im Rückspiegel. Also hieß es: weiterziehen, weg von der Hitze, hinein in die Berge. Das nächste große Ziel der Camper-Europareise waren die Pyrenäen und mittendrin der Staat Andorra.
Die Fahrt von Andalusien in Richtung Norden war lang, heiß und anstrengend. Über die Autobahn ging es vorbei an Murcia und weiter durch Katalonien. Die Luft stand gefühlt über hunderte Kilometer. An manchen Stellen waren sogar schon kleine Buschbrände an der Straße zu sehen. Spanien zeigte sich an diesen Tagen von seiner trockenen, flimmernden Sommerseite.
Nach vielen Kilometern durch die weiten Landschaften Kataloniens tauchten sie dann endlich auf: die Pyrenäen. Mächtig und wunderschön. Nach der Hitze Südspaniens wirkten die Berge fast wie eine Erlösung.
Eine Nacht vor Andorra
Nach der langen Fahrt war klar: Vor Andorra musste noch einmal eine Pause her. Ver- und Entsorgung, Wasser auffüllen, ausruhen und sich innerlich auf ein neues Land vorbereiten. Der perfekte Ort dafür war der Campingplatz Gran Sol in Spanien, nicht mehr weit von der Grenze entfernt.
Der Platz war schon gut gefüllt, als Celia ankam. Trotzdem fand sie noch einen Stellplatz und die Atmosphäre war freundlich, entspannt und unkompliziert. Genau das, was man nach so vielen Kilometern im Camper braucht.
Ein Ziel dieser Europareise ist es, in jedem Land ein traditionelles Gericht zu entdecken und dieses dann auf gesunde Weise mit heimischen Wildkräutern nachzukochen. Auch für Andorra hatte Celia schon recherchiert, welches Gericht gut passen könnte. Am letzten Abend in Spanien wurde also nicht nur der Camper vorbereitet, sondern auch schon ein kleines kulinarisches Andorra-Abenteuer geplant.
Die Hauptstadt von Andorra
Am nächsten Tag war die Vorfreude groß. Die Grenze nach Andorra war schnell passiert. Keine Kontrolle, keine lange Wartezeit, nur wehende Fahnen und plötzlich war man in einem neuen Land.
Und dann war sofort alles anders. Andorra ist klein und im Tal rund um die Hauptstadt wird es schnell eng. Andorra ist einer der kleinsten Staaten Europas mit nur rund 468 Quadratkilometer. Es leben 87.000 bis 89.000 Menschen und davon leben 24.000 Einwohnern in der Hauptstadt Andorra la Vella. Die Straßen waren voll, der Verkehr dicht und mit einem größeren Camper ist es nicht ganz einfach, spontan einen guten Parkplatz zu finden. Ursprünglich wollte Celia direkt in die Stadt fahren. Doch dort war so viel Verkehr und die Parkplätze waren so voll, dass schnell klar war: Das wird mit Master Ole eher stressig als schön.
Also wurde kurzerhand umgeplant. An einem Hang gegenüber einer Tankstelle fand Celia gerade noch einen Parkplatz. Von dort gab es immerhin einen schönen Blick auf die Hauptstadt und ein paar Fotos von oben. Für einen kurzen Eindruck reichte das. Für einen entspannten Stadtbummel mit Camper war es an diesem Tag einfach nicht der richtige Moment.
Canillo – Bergluft, Ruhe und ein andorranisches Gericht
Mehr Zeit und Ruhe gönnte sich Celia dann in Canillo, einem wunderschönen Bergort. Im Winter ist in Canillo sicher viel los, denn die Region gehört zu den bekannten Skigebieten Andorras. Im Sommer dagegen war es angenehm ruhig. Das Parken war deutlich entspannter als in der Hauptstadt und endlich war Zeit für das geplante andorranische Gericht: „Truites de carreroles“ – Andorranisches Pilz-Omelett. Nicht weit vom Parkplatz entfernt wuchsen auf den frischen, grünen Bergwiesen Wildkräuter. Aus einfachen Zutaten, Pilzen, Eier und Kräutern wurde ein richtig gutes Mittagessen im Camper.
In Canillo starten außerdem mehrere Wanderwege direkt im Ort. Celia lief ein Stück am Fluss entlang, vorbei an alten Kapellen, grünen Wiesen und grasenden Kühen. Nach der langen Fahrt, der Hitze und dem Verkehr war Canillo der Ort, an dem Andorra seine schönste Seite zeigte, die Bergwelt der Pyrenäen.
Herausforderung für den Camper Master Ole
Dann wurde es noch einmal richtig aufregend. Von Andorra nach Frankreich gibt es zwei Möglichkeiten: bequem durch den Envalira-Tunnel oder über die Passstraße Richtung Pas de la Casa und Port d’Envalira.
Der Tunnel ist die einfachere Variante, aber gebührenpflichtig. Die Passstraße ist kurviger, langsamer und für einen Camper deutlich anspruchsvoller. Dafür bekommt man genau das, weshalb man überhaupt in die Pyrenäen fährt: Ausblicke, Serpentinen und Bergpanorama. Natürlich nahm Celia die Passstraße.
Der Renault Master kämpfte sich Kurve um Kurve die Berge hinauf. Oben angekommen musste natürlich eine Pause sein. Der Blick über die Pyrenäen war einfach grandios. Hinunter nach Frankreich wurde es dann noch einmal genauso abenteuerlich. Serpentinen und ordentlich Gefälle und dann war Andorra auch schon wieder vorbei. Klein auf der Landkarte, aber groß in der Erinnerung.
Abschluss eines andorranischen Ausflugs
Nach der wunderschönen, aber auch anstrengenden Passfahrt hieß es am Abend: einen guten Platz zum Schlafen finden. Auf der französischen Seite fiel die Wahl auf den Campingplatz Camping Mérens.
Das war genau die richtige Entscheidung. Der Platz war ruhig, grün, naturbelassen und angenehm entspannt. Celia konnte ihr Glück kaum fassen, wie gut diese Etappe gelaufen war und welche tollen Campingplätze sie spontan dazu gefunden hat. Der Campingplatz Mérens ist so schön, dass sie gleich noch etwas länger geblieben ist.
Tipps für Camper und Vanlifer in Andorra
Andorra ist kein klassisches Vanlife-Land, trotzdem ist der kleine Staat ein spannender Stopp und für Naturliebhaber und Bergfreunde eine Reise wert.
Parken & Übernachten: Mit dem Camper direkt in Andorra la Vella zu fahren, ist nicht unbedingt die entspannteste Lösung. Die Hauptstadt liegt eng im Tal, der Verkehr kann dicht sein und Parkplätze sind je nach Tageszeit schnell voll. Wer die Stadt besuchen möchte, sollte möglichst früh kommen, vorher geeignete Parkmöglichkeiten prüfen oder außerhalb stehen und nur kurz in die Hauptstadt fahren. Zum Übernachten sollte man in Andorra besser offizielle Campingplätze, und ausgewiesene Wohnmobilstellplätze nutzen. Freies Stehen ist hier nicht so unkompliziert wie in manchen anderen Ländern.
Grenze & Camper: Andorra gehört nicht zur Europäischen Union, nutzt aber den Euro. Die Einreise wirkt oft sehr unkompliziert, trotzdem ist Andorra zollrechtlich ein Sonderfall. Besonders bei Alkohol, Tabak, Parfum, Elektronik und größeren Einkäufen sollte man die Freigrenzen beachten, wenn man danach wieder nach Spanien oder Frankreich einreist. Auch wenn nicht jedes Fahrzeug kontrolliert wird, sind Kontrollen möglich. Kaufbelege sollte man deshalb besser aufbewahren.
Passstraße oder Tunnel: Von Andorra nach Frankreich gibt es zwei Möglichkeiten: durch den kostenpflichtigen Tunnel oder über die Passstraße Richtung Pas de la Casa und Port d’Envalira. Der Tunnel ist bequemer, vor allem bei schlechtem Wetter, Nebel, Schnee oder wenn man einfach entspannt weiterfahren möchte. Die Passstraße ist deutlich aufregender und landschaftlich wunderschön, aber mit einem Camper auch anspruchsvoller.










