Finnland Camper Life

Reisen nach Finnland mit dem Camper ist etwas ganz besonderes – ein Van Life Roadtrip voller Glück, Ruhe und nordischer Natur

Ein großer Wunsch ging in Erfüllung. Von Süd-Schweden aus fuhr Celia in einer langen Etappe weiter nach Finnland. Die Landschaft veränderte sich, die Straßen zogen sich durch endlose Wälder und an Seen vorbei, die Vegetation wurde anders und reizvoll. Mit einem großen Glücksgefühl passierte Celia schließlich die Grenze nach Finnland. Beim Fahren war sie so ergriffen, dass ihr Freudentränen über die Wangen liefen. All der seelische Müll und der Stress der letzten Zeit schien sich mit jedem Kilometer mehr zu verflüchtigen.

Finnland Fahnen
Finnland Lappland

Beim Weihnachtsmann im Sommer – Santa Claus Village und Article Circle

Am Abend kam Celia beim Santa Claus Village in Rovaniemi an, direkt am Arctic Circle. Weil es nachts im Sommer in Finnland hell ist, verdunkelte sie den Camper innen so gut es ging. Danach machte sie noch einen Mitternachtsspaziergang durch das Weihnachtsmanndorf.

Um diese Uhrzeit war es schön leer. Keine großen Menschenmengen, keine Hektik, nur diese seltsame Mischung aus Weihnachtskulisse, heller Nacht und Sommerwärme. Celia lief immer noch im Shirt und in kurzer Hose herum, weil es selbst spät am Abend noch so warm war. Danach schlief sie mit Schlafmaske gut ein.

Am nächsten Tag besuchte sie kurz den Weihnachtsmann. Natürlich ist das Santa Claus Village touristisch. Sehr sogar. Aber trotzdem hat es etwas, wenn man mit dem Camper am Polarkreis steht und plötzlich an einem Ort ist, an dem Weihnachten das ganze Jahr über stattfindet.

Celia schrieb Postkarten für ihre Nichten und ihren Neffen und warf sie direkt bei der Weihnachtsmannpoststelle dort ein. Ein bisschen kitschig, aber genau deshalb schön. Bei den heißen Temperaturen wirkte es allerdings etwas absurd, dass beim Wichteldorf tatsächlich jemand ein Lagerfeuer angemacht hatte. Celia hielt lieber Abstand.

Danach kaufte sie noch Moltebeersirup und Moltebeermüsli. Anschließend ging es weiter Richtung Inland, noch tiefer hinein in das lappländische Finnland.

Finnland Santa Claus Village Rovaniemi
Celia am Arctic Circle Polarkreis Finnland

Auf der Suche nach Moltebeeren

Moltebeeren gehören für Celia zu Skandinavien. Seit Jahren versuchte Celia schon auf ihren Reisen Moltebeeren zu finden. Diese goldorangenen Beeren, die in sumpfigen Gegenden wachsen und eine kleine Delikatesse sind. Schon der Moltebeerensirup aus Rovaniemi hatte ihre Vorfreude geweckt.

Doch in diesen Tagen fand sie leider keine Moltebeeren. Die Landschaft sah zwar immer wieder danach aus, als könnten sie irgendwo wachsen, aber die goldenen Beeren zeigten sich nicht. Allerdings fand sie schon einmal die Blätter und witzige Cloudberry geschnitzte Figuren beim Stopp an einem Rastplatz.

Dann musste halt der Moltebeerensirup diesmal für das traditionelle Gericht in diesem Land herhalten. Celia bereitet Omenapaistos zu, eine Art Apfel Krumple oder auch Apfelauflauf. Er schmeckt herrlich, vor allem noch warm genossen und ist zudem leicht im Camper zum Beispiel im Omnia Ofen zubereitet. Gut passt dazu Vanillehaferjoghurt, den es von Oatly auch Finnland gibt.

Finnland Moltebeeren
Finnland Omenapaistos

Die Bärenhöhle an der Meile

Eigentlich wollte Celia nur eine Pause machen und dann wurde es eine Besichtigung und kleine Wanderung. Am Myössäjärvi-See bei Inari entdeckte sie den Karhunpesäkivi, den sogenannten Bärenhöhlenstein. Vom Parkplatz aus führte ein Weg mit vielen Stufen nach oben. Unterwegs standen immer wieder Infotafeln, auf denen die Beeren beschrieben wurden, die in Finnland wachsen. Das ist sehr interessant, manch Beere kannte sie schon von Estland und Lettland zum Beispiel die Krähenbeere und andere wachsen auch in Deutschland, wie Blau- und Preiselbeere.

Oben wartete der besondere Felsblock mit seiner kleinen Höhle. Von außen wirkte er erst einmal unscheinbar, aber im Inneren öffnet sich tatsächlich ein größerer Hohlraum. Danach ging es noch weiter hinauf bis zu einem Aussichtspunkt mit Blick über den See und die alten Kiefernwälder der Region. Aus einer kurzen Pause wurde so ein schöner kleiner Abstecher in die finnische Natur.

Am Ende der Fahrt landete Celia bei einem imposanten Gewitter an einem Rastplatz am Leviäsalmi-See. Dort traf sie Lothar, einen deutschen Spezialisten und Sattler. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Lothar für das schöne Geschenk, das schwedische Messer und die tollen Tipps.

Karhunpesäkivi Bärenhöhle Finnland
Karhunpesäkivi Bärenhöhle Finnland

Am Inari See – ein Traumort

Nach den vielen Kilometern durch Lappland kam Celia schließlich am Inarisee an. Sie fuhr auf einen Campingplatz direkt am Wasser und hatte richtig Glück: Sie bekam einen Stellplatz direkt am Ufer des Sees.

Bei den warmen Temperaturen war der Wind vom See sehr angenehm. Nach der langen Fahrt tat es gut, einfach erst einmal anzukommen, den Camper abzustellen und die Aussicht zu genießen. Natürlich musste Celia auch im Inarisee baden. Das klare Wasser war bei der Hitze genau richtig. Danach erkundete sie erst einmal in Ruhe die Umgebung.

Der Inarisee ist wirklich beeindruckend. Er gehört zu den größten Seen Finnlands, ist über 1.000 Quadratkilometer groß und hat rund 3.000 Inseln. Dadurch wirkt er nicht wie ein normaler See, sondern eher wie eine riesige Wasserlandschaft aus Buchten, Inseln und Wald.

Wer mehr Zeit hat, kann von Inari aus Bootstouren auf dem See machen, angeln gehen oder sich im Ort mit der samischen Kultur beschäftigen. Gerade diese Mischung aus See, Wald, Lappland und samischer Geschichte macht Inari besonders.

Auf dem Campingplatz selbst gab es natürlich auch eine Sauna. Bei den für Lappland ungewöhnlich warmen Temperaturen blieb sie aber kalt. Am Ufer lagen Boote im Wasser und ein paar Angler saßen ruhig am See, sowie Celia die dazu genüsslich Riisipiirakka (finnische Teigtaschen) naschte.

.Alles war sehr entspannt und genau richtig, um nach den langen Fahrten runterzukommen. Nach dieser schönen Pause am Inarisee ging es für Celia weiter.

Inari See und Riisipiirakka in Finnland
Inari See Finnland

Rentiere im Sommer

Ein weiterer Wunsch von Celia war natürlich, Rentiere zu sehen. Und dieser Wunsch ging in Finnland mehr als in Erfüllung. Zuerst standen nur einzelne Tiere am Straßenrand, später wurden es immer mehr.

Die ersten Rentiere, die Celia sah, wirkten allerdings nicht ganz entspannt. Es war ungewöhnlich warm, und auch die Tiere schienen mit der Hitze zu kämpfen. Sie kratzten sich, zuckten immer wieder und standen etwas unruhig am Straßenrand.

Auf der Fahrt vom Inarisee Richtung Norwegen bog Celia auf die Straße 92 ab. Direkt an der Ecke stand ein Souvenirladen, und natürlich hielt sie an. Dort nahm sie sich sogar ein Rentierfell mit, legte es aber erst einmal im Camper zur Seite.

Draußen war blauer Himmel, die Sonne schien, und es waren etwa 25 Grad. Es fühlte sich allerdings eher wie 30 Grad an, schon das die kühle Nachtphase durch die Mitternachtssonne ausblieb. Umso lustiger war es, als der Verkäufer Celia zum Abschied besseres Wetter wünschte. Celia erwiderte den Wunsch schwitzend und musste innerlich etwas schmunzeln. Der Mann erzählte ihr, dass es hier im Sommer normalerweise eher um die 16 Grad habe. Für Lappland war diese Wärme also wirklich nicht gewöhnlich.

Am nächsten Tag kam dann tatsächlich die Abkühlung. Es regnete, die Luft wurde frischer, und auch die Rentiere wirkten gleich viel ausgeglichener. Immer wieder zogen ganze Rentiergruppen über die Straße. Besonders schön waren die Jungtiere, die teilweise richtig über die Wege hüpften.

Mit diesen Eindrücken verließ Celia schließlich Finnland. Und eines war für sie klar: Nach Finnland möchte sie auf jeden Fall noch einmal zurückkommen.

Rentier Finnland
Rentiere in Finnland

Tipps für Camper und Vanlifer in Finnland

Finnland ist ein wunderschönes Ziel für Camper und Vanlifer, besonders wenn man Natur, Seen, Wälder und viel Ruhe mag. Gerade im Norden wird das Reisen sehr besonders: lange Straßen, viel Landschaft und absolute Stille.

Mitternachtssonne im Sommer: Wer im Sommer nach Finnland reist, sollte an gute Verdunklungsmöglichkeiten im Camper denken. Die Sonne geht in dieser Zeit gar nicht richtig unter und nachts bleibt es hell. Das ist wunderschön, kann aber den Schlafrhythmus ordentlich durcheinanderbringen. Man bleibt automatisch länger wach, fühlt sich oft gar nicht müde und merkt den Schlafmangel manchmal erst auf der Fahrt. Das kann gefährlich werden. Eine Schlafmaske ist deshalb sehr hilfreich. Im Camper lohnt es sich, die Fenster gut abzudunkeln, damit der Körper überhaupt versteht: Jetzt ist Nacht.

Tanken auf langen Strecken: In Finnland sollte man nicht erst tanken, wenn der Tank fast leer ist. Auf den langen Strecken gibt es deutlich weniger Tankstellen als in dichter besiedelten Regionen. Es ist entspannter, lieber einmal früher zu tanken, auch wenn noch genug im Tank ist. Denn wenn man irgendwo in der Pampa steht und keine Tankstelle in der Nähe ist, wird es schnell unangenehm. Celia fuhr auf Straßen, auf denen ihr selbst in der Hochsaison kaum ein Auto entgegenkam. Genau das macht Finnland so besonders, aber man sollte entsprechend vorbereitet sein.

Mücken und Bremsen: Je nach Region und Wetter können Mücken im Sommer ein Thema sein, besonders in Wald- und Seenähe. Mücken-Hochsaison ist vor allem von Ende Juni bis Juli – die „Räkkä“-Zeit. Ein gutes Mückenschutzmittel, lange leichte Kleidung und Fliegengitter im Camper sind sehr hilfreich. Wer abends am See sitzen möchte, wird dafür dankbar sein.