Kullaberg – Kattegat – Schweden
Kullaberg am Kattegat in Schweden mit dem Camper entdecken und Vanlife mit viel Meerblick in Skåne erleben.
In Schweden war Celia schon oft. Trotzdem ist dieses Land so groß und so vielfältig, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Man denkt vielleicht irgendwann, man kenne Schweden schon ein bisschen. Rote Häuser, Wälder, Seen und lange Straßen und dann kommt plötzlich wieder eine Region, die ganz anders ist.
Diesmal war das Ziel erst einmal gar nicht so weit im Norden. Nach der Fahrt über die Öresundbrücke führte der Weg Richtung Helsingborg und weiter nach Strandbaden. Ja, der Ort hieß wirklich so.
Strandbaden – ein Ort, der sofort nach Sommer, Meer und Ferien klingt
Da Celia auch unterwegs arbeitet, brauchte sie einen Platz, an dem sie gut stehen konnte, alles hatte, was sie benötigte und gleichzeitig konzentriert arbeiten konnte. Der perfekte Ort dafür war der Campingplatz Visit Örestrand. Dort stand Master Ole fantastisch unter einer Kiefer, mit Blick zum Meer und in der Nähe von einer großen Küche, Dusche, Waschmöglichkeiten und allem, was man im Camperalltag braucht.
Manchmal ist Vanlife eben nicht nur Abenteuer, sondern auch Alltag. Laptop aufklappen, Mails beantworten, Texte schreiben, planen, gestalten aber das Schöne daran, man kann in einer Landschaft stehen, die sich wie Urlaub anfühlt. Dafür hatten wir alles aufgegeben und uns minimalisiert und sind losgezogen: Damit wird dieses Leben führen. Arbeiten und Leben an guten Plätzen, naturnah, mit guter Luft und entspannter Atmosphäre um uns herum. Arbeit fühlt sich eben anders an, wenn man zwischendurch auf das Kattegat schaut und zum Tagesabschluss Sonnenuntergänge bestaunen kann.
Schwedisches Raggmunk mit Wildkräutern
Auch direkt vor dem Campingplatz wartete schon die nächste Überraschung. Dort wuchs ein richtiges Meer an Wildkräutern. Beifuß, Sauerampfer, Meerkohl und viele andere Pflanzen standen direkt vor Celias Nase.
Ein Ziel dieser Europareise ist es, in jedem Land ein traditionelles Gericht zu entdecken und auf gesunde Weise mit heimischen Wildkräutern nachzukochen. Für Schweden fiel die Wahl auf Raggmunk.
Raggmunk sind schwedische Kartoffelreibekuchen. Klassisch werden sie oft mit Speck und Preiselbeeren gegessen.Die gesunde Camperlifetime Version ist herzhaft, gesund und pflanzlich wild: Kartoffelreibekuchen mit Karottenlachs und Beifußcreme.
Ausflüge zum Kullaberg
In den Pausen und an freien Momenten unternahm Celia Ausflüge zum Kullaberg. Das Naturreservat liegt auf der Halbinsel Kullahalvön im Nordwesten von Skåne, nicht weit von Mölle und Höganäs entfernt.
Kullaberg ist nicht das Schweden der stillen Seen und endlosen Wälder. Hier wird es felsig, rau und wild. Steile Klippen fallen zum Meer hinab, Wanderwege führen durch Wald, über Felsen und zu Aussichtspunkten, und immer wieder öffnet sich der Blick auf das Kattegat.
Das Kattegat ist kein Ort wie in der Serie Vikings, auch wenn der Name durch die Serie sehr bekannt geworden ist. Dort wird Kattegat als Ort dargestellt. In Wirklichkeit ist das Kattegat ein Meeresgebiet zwischen Dänemark und Schweden. Es verbindet die Nordsee über Skagerrak mit der Ostsee und prägt diese ganze Küstenregion.
Vielleicht klang Kullaberg für die Serie einfach zu niedlich, Strandbaden zu sehr nach Ferien und Mölle oder Höganäs nicht hart genug nach Wikinger. Aber wer dort steht, zwischen Felsen, Wind, Meer und steilen Wegen, merkt schnell: Die Landschaft hat durchaus etwas hartes Wildes.
Naturum Kullaberg – Natur vom Himmel bis zum Meer
Ein guter Startpunkt für Kullaberg ist das Naturum Kullaberg. Es liegt nahe der Spitze des Naturreservats, beim Leuchtturm Kullens Fyr. Naturum ist in Schweden so etwas wie ein Besucherzentrum für besondere Naturgebiete. Man bekommt dort Informationen, Karten, Tipps zu Wegen und einen besseren Eindruck davon, was man draußen eigentlich sieht.
Im Naturum Kullaberg geht es um die Natur des Reservats vom Himmel bis zum Meer. Man erfährt etwas über Vögel, Pilze, Pflanzen, Tiere im Wasser, die Geologie der Felsen und die besondere Küstenlandschaft. Besonders schön ist das Salzwasseraquarium, in dem man mit Begleitung sogar Meerestiere wie Seesterne anschauen und berühren kann.
Kullens Fyr – der Leuchtturm an der Spitze von Kullaberg
Nicht weit vom Naturum steht Kullens Fyr, der historische Leuchtturm an der äußersten Spitze von Kullaberg. Ein Leuchtfeuer gibt es an der Spitze von Kullaberg schon seit dem 16. Jahrhundert. Der heutige Leuchtturm kam erst viel später. Früher diente ein mit Holz oder Kohle befeuerter Eisenkorb als Orientierung für die Schiffe. Eine Nachbildung dieses alten Leuchtfeuers kann man heute dort oben sehen.
Der heutige Leuchtturm stammt aus dem Jahr 1900 und steht hoch über dem Meer. Kullens Fyr gilt als Schwedens höchstgelegenes Leuchtfeuer und als einer der lichtstärksten Leuchttürme Skandinaviens. Der Turm selbst ist nur etwa 15 Meter hoch, steht aber hoch oben auf den Klippen von Kullaberg. Dadurch liegt das Feuer 78,5 Meter über dem Meer. Sein Licht hilft Schiffen in einer der wichtigen und vielbefahrenen Wasserstraßen zwischen Kattegat und Öresund.
Wanderung zur Lahabiangrottan
Nach dem Besuch im Naturum wanderte Celia weiter zur Lahibiagrottan. Diese Grotte liegt an der südlichen Seite von Kullaberg und ist nicht einfach ein gemütlicher Spaziergang. Der Abstieg hat es in sich.
Etwa 55 Meter geht es hinunter, teilweise steil, über Geröll, Felsen und bei Nässe entsprechend rutschig. Der Weg ist nicht für jeden etwas. Man sollte trittsicher sein, gute Schuhe tragen. Aber unten wird man belohnt. Lahibiagrottan ist eine kleine Meeresgrotte, etwa neun Meter lang. In der Gegend wurden sogar Spuren aus der Steinzeit gefunden. Schon der Gedanke, dass Menschen diese Felslandschaft vor so langer Zeit genutzt haben, macht den Ort besonders. Zwischen den Felsen öffnete sich der Blick auf das Meer. Rau, urig und ein bisschen geheimnisvoll. Der Aufstieg zurück war dann wieder anstrengend. Aber genau solche kleinen Herausforderungen bleiben oft stärker in Erinnerung als die einfachen Wege.
Mölle – schöner Ort am Fuß vom Kullaberg
Ein weiterer Ausflug führte nach Mölle. Mit dem Van war es allerdings nicht ganz einfach, einen Parkplatz zu finden. Mölle ist klein, beliebt und liegt direkt am Hang und am Meer. Mit einem größeren Fahrzeug muss man etwas Geduld haben und schauen, wo man stehen kann.
Dafür ist Mölle wirklich schön. Ruhig, entspannt, mit Hafen, alten Häusern, Blick aufs Wasser und dieser besonderen Lage am Fuß von Kullaberg. Der Ort war ursprünglich ein Fischerdorf und entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert zu einem bekannten Badeort.
Mölle war damals sogar ein bisschen skandalös. Es galt als einer der ersten Orte in Schweden, an denen Männer und Frauen gemeinsam badeten. Das sogenannte gemeinsame Baden zog Besucher aus Schweden und anderen Teilen Europas an und machte Mölle zu einem mondänen und gleichzeitig verruchten Badeort. Für die damalige Zeit war das ziemlich gewagt.
Heute wirkt Mölle ruhig und charmant. Man spürt noch etwas von der alten Sommerfrische, aber ohne dass der Ort überladen wirkt. Hafen, Hotels, kleine Straßen, Meerblick und der nahe Kullaberg machen ihn zu einem schönen Stopp, wenn man in der Region unterwegs ist.
Nach der Zeit auf dem Kullaber entschloss sich Celia, weiter in den Norden zu fahren. Nicht nur ein bisschen weiter, sondern richtig weit hoch. Durch Schweden, Richtung Norden, bis nach Finnland.
Tipps für Camper und Vanlifer in Kullaberg und Skåne
Kullaberg in Schweden ist ein wunderschönes Ziel für Camper, besonders wenn man Natur, Meer, Wandern und felsige Küsten mag. Die Region liegt im Süden Schwedens und eignet sich deshalb sehr gut als Urlaubsziel.
Parken auf dem Kullaberg: Für einen Tagesausflug zum Naturum Kullaberg und zum Leuchtturm Kullens Fyr ist die Parkplatzsituation sehr entspannt. Dort gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz. Anders sieht es in Mölle aus. Der kleine Ort am Hafen ist wunderschön, aber mit einem größeren Van nicht ganz einfach. Gerade unten am Hafen sind die Parkplätze begrenzt und schnell belegt. Wer Mölle entspannt besuchen möchte, sollte früh kommen, etwas Geduld mitbringen.
Campingplätze in der Hauptsaison: Die Region rund um Kullaberg, Mölle, Höganäs und Strandbaden ist in der Hauptsaison sehr beliebt und die schönen Plätze am Meer oder in Küstennähe können schnell voll sein. Für Camper und Vanlifer ist es in dieser Region deutlich entspannter, vorher zu reservieren. Besonders, wenn man länger bleiben und am Meer stehen möchte, lohnt sich eine rechtzeitige Buchung.
















