Luxemburg mit dem Camper
Luxemburg und die Ardennen mit dem Camper entdecken – das Land der grünen Täler, Burgen und Vanlife an der Sauer
Nach Andorra ging die Reise weiter Richtung Mitte Europa. Von den Pyrenäen aus führte die Route über die Autobahn fast einmal durch ganz Frankreich. Einen Stopp legte Celia etwa 60 Kilometer unterhalb von Paris ein. Bevor es nach Luxemburg hineinging, war ein Besuch bei Verdun noch Pflicht. Ein Ort, der geschichtlich schwer wiegt und einen fassungslos macht. Danach wurde das Herz wieder leichter bei der Fahrt nach Luxemburg.
Luxemburg – Entdeckung der Ardennen
Luxemburg ist eines dieser Länder, durch die viele einfach nur hindurchfahren. Dabei lohnt es sich gerade mit dem Camper, nicht nur die Autobahn zu nehmen, sondern in die kleinen Täler und Naturregionen abzubiegen. Das Großherzogtum Luxemburg ist nur rund 2.586 Quadratkilometer groß. Im Norden wird es hügelig, waldreich und fast ein bisschen wild. Besonders die Region um Esch-sur-Sûre in den Luxemburger Ardennen zeigt eine Seite des Landes, die man nicht unbedingt erwartet. Celia war freudig überrascht über dieses üppige Grün und die natürlichen Landschaften. Die Ardennen sind sehr reizvoll und perfekt zum Ausspannen.
Esch-sur-Sûre und seine besonderen Campingplätze
Ganz so einfach war das Ankommen allerdings nicht. Genau in der Zeit fand in Esch-sur-Sûre das Motorradtreffen High Chapparal statt. Dadurch war es gar nicht so leicht, spontan noch einen Stellplatz zu bekommen. Die Region ist ohnehin beliebt bei Campern, Wanderern und Motorradfahrern. Wenn dann noch ein Treffen stattfindet, wird es schnell voll.
Aber mit etwas Überredungskunst hat Celia doch noch einen Platz auf dem Campingplatz Bissen erhalten können, ganz in der Nähe von High Chapparal. Ein großes Dankeschön hiermit an das Motorradfahrerpaar, welches Celia den Platz neben ihrer Pension zur Verfügung gestellt haben. Und dem Campingplatzbetreiber, welcher dann doch noch zugestimmt hat.
Bevor das Treffen aber stattfand, nutze Celia die Gelegenheit Esch an der Sauer kennenzulernen. Der Ort liegt im Naturpark Obersauer in einer engen Schleife des Flusses Sauer, umgeben von Felsen, Wald und den Resten einer alter Burganlagen. Von oben blickt die Burgruine über die Dächer des Ortes und das Flusstal.
Wandern an der Sauer und mit Wildkräutern kochen
Am nächsten Tag ging es zu Fuß los. Direkt an der Sauer entlang, hinein in die grüne Landschaft. Die Wege rund um Esch-sur-Sûre sind wunderschön, weil sie immer wieder zwischen Fluss, Wald, Felsen und Ausblicken wechseln. Nicht weit entfernt liegt außerdem der Obersauer-Stausee. Er ist ein wichtiges Naherholungsgebiet in Luxemburg und im Sommer beliebt zum Schwimmen, Kanufahren, Wandern und Entspannen. Die ganze Region ist damit perfekt für alle, die Natur mögen.
Beim Wandern fand Celia viele Wildkräuter. Aus dem Spaziergang wurde also wieder ein kleines kulinarisches Länderprojekt. Denn ein Ziel der Europareise ist es, in jedem Land ein traditionelles Gericht zu entdecken und auf gesunde Weise mit heimischen Wildkräutern nachzukochen. Für Luxemburg fiel die Wahl auf Kniddelen. Das sind luxemburgische Mehlklöße. Traditionell werden Kniddelen oft mit Speck und Sahne serviert. Celia machte daraus die gesunde Wildkräuter-Version. Aus Mehl, Wasser, etwas Salz und wenigen einfachen Zutaten entstanden kleine Klöße, die im Topf gegart werden. Dazu kamen die gesammelten Wildkräuter aus der Umgebung für eine kräftige Kräutersoße.
Luxemburg kann auch laut: Biker, Chopper und gute Laune im Sauertal
Dann wurde gefeiert. Neben dem Campingplatz wurde es lauter und ganz besondere Motorräder rollten durch das Tal nach Esch-sur-Sûre. High Chapparal ist in der Gegend ein bekannter Treffpunkt für Motorradfahrer. Die Gaststätte liegt bei Heiderscheidergrund und ist ein beliebtes Ziel.
Beim Treffen kamen internationale Chopper- und Bobberfreunde zusammen. Es gab viele tolle Umbauten und interessante Motorräder zu bestaunen. Die Gespräche waren lebendig und lustig, da man ständig zwischen den Sprachen wechselte. Celia hatte an ihrem Tisch einen Biker aus Irland, zwei aus Belgien und Niederländer. Später sprach sie mit Luxemburgern und auch ein paar Deutschen und ständig wechselte man zwischen Englisch und Deutsch und auch anderen Sprachen. Die Atmosphäre war wunderbar locker und freudig. Am Abend wurde noch wild getanzt und viel gelacht.
Celia wusste nicht was sie in Luxemburg erwartete und es wurde eine schöne Überraschung. Luxemburg hat gezeigt, dass kleine Länder ebenso reizvoll sein können auf einer großen Europareise.
Tipps für Camper und Vanlifer in Luxemburg
Luxemburg ist kein klassisches Vanlife-Land für wochenlange Roadtrips, aber ein richtig schöner Stopp für Urlaub oder wenn man zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland unterwegs ist. Besonders die Region um Esch-sur-Sûre lohnt sich, wenn man Natur, Flüsse, kleine Orte und Ruhe mag.
Parken & Übernachten: Luxemburg ist klein, gerade in beliebten Naturregionen sollte man mit dem Camper nicht zu spät ankommen. Rund um Esch-sur-Sûre und an der Sauer gibt es schöne Campingplätze, die in der Saison aber gut besucht sein können. Besonders bei Veranstaltungen, Ferien oder Motorradtreffen ist es besser, vorher zu reservieren oder frühzeitig anzureisen. In den beliebten Orten und engeren Tälern gibt es auch kaum Stellplätze und Möglichkeiten zum Freistehen.
Versorgung & Einkaufen: Luxemburg ist ordentlich, sauber und gut organisiert, aber nicht unbedingt günstig. Einkaufen, Essen gehen und Campingplätze können teurer sein als in manchen Nachbarländern. Dafür ist die Infrastruktur gut und man findet meist alles, was man unterwegs braucht. Wer länger unterwegs ist, sollte größere Einkäufe eventuell vorher in Frankreich oder Deutschland erledigen und Luxemburg eher für Natur, Wandern und schöne Zwischenstopps genießen.








