Dänemark Camper Land

Dänemark ist ein Camper Land und wunderschön zwischen Nordsee und Ostsee, mit alten Städten und spannender Natur

Dänemark war für Celia lange eines dieser Länder, bei denen sie dachte: Muss ich da wirklich hin? Kopenhagen hatte sie vor Jahren schon einmal besucht und war von der Stadt begeistert. Aber das restliche Dänemark hatte sie eher als Transitland wahrgenommen, als Land, durch das man fährt, wenn man weiter nach Schweden, Norwegen oder in andere skandinavische Länder möchte.

Im Kopf waren vor allem Ferienhäuser auf flachen Wiesen, viel Ordnung und irgendwie wenig Abenteuer. Sie hatte Bilder von gleichförmigen Ferienhausgebieten gesehen und dachte: Was soll ich da?

Doch genau deshalb kam irgendwann der Moment, an dem sie Dänemark wirklich kennenlernen wollte, was dieses Land mit dem Camper zu bieten hat. Und dann passierte etwas Unerwartetes: Dänemark gefiel ihr so gut, dass sie nicht nur einmal, sondern gleich dreimal dort war.

Dänemark
Grenen Dänemark Skagerrak und Kattegat

Ribe – der erste Stopp und gleich die wundervollste Stadt entdeckt

Der erste Stopp in Dänemark war nicht groß geplant. Zufällig landete Celia in Ribe. Und genau dieser Zufall wurde zu einer der schönsten Entdeckungen der Reise. Ribe im Südwesten Jütlands gilt als älteste Stadt Dänemarks. Die Geschichte der Stadt reicht bis etwa um das Jahr 710 zurück. Wunderschöne, alte Fachwerkhäuser, kleine Gassen, der Dom, eine historische Atmosphäre, die sich fast wie ein Freilichtmuseum anfühlt.

Ribe wurde so sehr zu einem Lieblingsort, dass Celia später mit Roberto im Winter noch einmal zurückkam. Diesmal zu Silvester. Und auch im Winter hatte die Stadt ihren Zauber. Die alten Gassen wirkten im Winterlicht noch einmal anders. Zum Jahreswechsel erlebten Celia und Roberto in Ribe dann das längste und schönste Feuerwerk, das sie je gesehen hatte. Es hörte gefühlt gar nicht mehr auf. Über den alten Dächern, den Dom, über den Gassen und über dieser historischen Stadt glitzerte der Himmel wundervoll ins Neujahr.

Ribe in Dänemark
Ribe Dänemark

Weiterfahrt nach Blåvand – arbeiten, leben und die Zeit genießen

Nach Ribe ging es im Sommer weiter nach Blåvand an der dänischen Nordseeküste. Und hier blieb Celia länger. Nicht nur kurz anschauen und weiterfahren, sondern wirklich ankommen. Arbeiten, leben und die Zeit genießen, alles zusammen.

Genau das ist einer der schönsten Aspekte am Vanlife, und war der Plan: Der Camper ist nicht nur Fahrzeug, sondern Zuhause, Büro und Rückzugsort. Den Tag am Laptop arbeiten, danach raus an die Nordsee, durch die Dünen laufen, Muscheln sammeln, den Wind im Gesicht spüren und abends wieder zurück in den Camper. An einem Tag am Strand sah Celia sogar eine Robbe. Zudem war sie begeistert von der Muschelvielfalt an diesem Nordseestrand, so viele verschiedene Arten und Größen. Es viel ihr sehr schwer keine Muschel mitzunehmen, aber ihr Vanlife soll weiterhin minimalistisch bleiben.

Blåvand ist ein beliebter Ferienort. In der Hochsaison ist dort einiges los. Celia hatte Glück und noch einen begehrten Platz ergattert, dafür hatte sie vorgesorgt und schon vorher reserviert.

Campen in Dänemark
Blåvand in Dänemark
Robbe in Dänemark
Dänemark Strand Muscheln

Der Leuchtturm Blåvandshuk Fyr am westlichsten Punkt Dänemarks

Ein besonderes Ziel in Blåvand war der Leuchtturm Blåvandshuk Fyr. Er steht am westlichsten Punkt Dänemarks und ist ein echtes Wahrzeichen der Region. Der Leuchtturm ist 39 Meter hoch und steht mitten in der Dünenlandschaft, wodurch er noch eindrucksvoller wirkt. Natürlich musste Celia hinauf. Stufe für Stufe ging es nach oben, bis sich der Blick über die Nordsee, den langen Strand, die Dünen und die weite Küstenlandschaft öffnete.

Wieder unten angekommen, war es Zeit für ein Picknick. Dafür hatte Celia Smørrebrød geplant, natürlich in ihrer eigenen Wildkräuter-Version. Überall blühte zu dieser Zeit die Wilde Möhre, deren feine Blüten und würziger Duft wunderbar zu Brot, frischer Creme, Radieschen und Gurke passten. Weil alles so schön aussah und genau zu ihrem kulinarischen Reiseprojekt gehörte, wurde das Smørrebrød natürlich auch fotografiert, als Erinnerung und für das geplante Buch.

Leuchtturm Blåvand Dänemark
Smørrebrød in Dänemark

Tirpitz – Riesiges Bunkermuseum in der Dünenlandschaft

Nicht weit von Blåvand entfernt besuchte Celia auch das Tirpitz Museum. Es liegt in der Dünenlandschaft und ist schon architektonisch besonders. Das Museum ist in und um eine ehemalige deutsche Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg entstanden und wurde modern erweitert.

Der alte Tirpitz-Bunker war Teil des Atlantikwalls, also jenes riesigen Befestigungssystems, das im Zweiten Weltkrieg entlang der europäischen Westküste gebaut wurde. Heute erzählt das Museum nicht nur von Krieg und Bunkerbau, sondern auch von der dänischen Westküste, vom Leben am Meer und von Bernstein. Die moderne Architektur stammt vom bekannten dänischen Architekturbüro BIG und macht aus diesem schweren Ort ein eindrückliches Museum unter dem Sand.

Nach dieser längeren Sommerzeit in Blåvand ging es für Celia weiter Richtung Schweden. Aber Dänemark war damit noch lange nicht abgeschlossen.

Tirpitz Bunkermuseum Dänemark
Tirpitz Bunkermuseum Dänemark

Silvester wieder in Dänemark – Rømø und mit dem Auto auf den Strand

Dieses Mal führte die Reise unter anderem nach Rømø. Die Insel liegt im dänischen Wattenmeer und ist über einen Damm mit dem Festland verbunden. Sie gehört zur Region Südjütland und liegt gegenüber von Sylt.

Rømø ist ein besonderes Erlebnis, weil man dort mit dem Auto auf den Strand fahren kann. Das ist auf ausgewiesenen Strandbereichen möglich und fühlt sich erst einmal völlig ungewohnt an. Man fährt nicht nur zum Strand, man fährt direkt auf den Strand, manche sogar durchs Wasser. Zudem sah es lustig aus, wie die Bullis, PKWs, Pick ups und großen Wohnmobile am Strand rumfuhren, sogar ein Volvo mit großem Wohnwagen fuhr direkt am Wasser entlang.

Doch gleichzeitig ist Rømø ein Ort, an dem man verantwortungsvoll unterwegs sein sollte. Der Strand ist Naturraum und Teil einer empfindlichen Küstenlandschaft. Tagsüber darf man in bestimmten Bereichen mit dem Auto auf den Strand fahren und dort parken, aber Übernachten am Strand ist nicht erlaubt. 

Mit Camper an den Strand in Dänemark
Winterbaden in Dänemark

Winter in Aalborg

Im Winter wird es im Camper dann aber auch herausfordernd. Der Master Ole ist ein tolles Zuhause auf Rädern, aber hat keine Winterausrüstung. Wenn es im Camper zu kalt wird, braucht es manchmal eine andere Lösung. Mehr dazu im Blogbeitrag Vanlife im Winter: Klick hier

Daher die Lösung ausnahmsweise eine Pension in Aalborg in Nordjütland am Limfjord. Aalborg ist eine größere, lebendige Stadt mit moderner Architektur, viel Kultur und Kunst. Der Besuch des Musikkens Hus und der Innenstadt ist definitiv Pflicht. Das Musikkens Hus liegt direkt am Limfjord und ist eines der modernen kulturellen Wahrzeichen von Aalborg. Das Gebäude wurde 2014 eröffnet, vom österreichischen Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfen und prägt mit seiner auffälligen, futuristischen Architektur die moderne Uferseite der Stadt. 

Was in Aalborg ebenfalls überraschte, waren die vielen großen Wandgemälde in der Innenstadt. Zwischen alten Häusern, modernen Gebäuden, Cafés und Straßen tauchen immer wieder riesige Kunstwerke an Fassaden auf. Aalborg ist nicht nur eine Hafen- und Universitätsstadt, sondern auch eine echte Street-Art-Stadt geworden. Seit 2013 wurden mehr als 90 Wände und Giebel mit großen Murals von internationalen Künstlern gestaltet. Ein Spaziergang durch die Innenstadt wird daher zu einer kleinen Kunsttour.

Musikkens Hus in Aalborg in Dänemark
Street Art in Aalborg in Dänemark

Unwirkliche Wanderdüne Råbjerg Mile

Von Aalborg aus ging es weiter in den Norden. Ein besonderes Ziel war Råbjerg Mile, die größte Wanderdüne Dänemarks. Sie liegt zwischen Skagen und Frederikshavn und wirkt fast unwirklich. Plötzlich steht man nicht mehr in einem typisch grünen oder nordischen Landschaftsbild, sondern in einer riesigen Sandlandschaft. Die Düne ist bis zu etwa 40 Meter hoch und wandert jedes Jahr weiter. Der Wind schiebt den Sand langsam Richtung Nordosten. Man hat das Gefühl in einer Wüste zu stehen, wie auf einem anderen Planeten. Etwas unheimlich läuft man über riesige Berge von Sand.

Wanderdüne Dänemark
Wanderdüne Dänemark

Geburtstag an der Spitze von Dänemark und in Skagen

Ihren Geburtstag verbrachte Celia dann in Skagen und bei Grenen. Skagen liegt ganz oben an der Spitze von Jütland und ist ein wunderschöner Ort mit vielen gelben und Häusern, roten Hütten, kleinen Gassen, Hafenatmosphäre und diesem besonderen nordischen Licht. Am Hafen wurde in einem Restaurant gefeiert, ganz typisch mit Sand auf dem Boden, Sekt im Glas und einem sagenhaft leckeren Essen. Zum Dessert ging es danach noch in eine traditionelle Bäckerei. Das Geburtstagsgebäck war eine süße Kardemommesnurre und eine kleine dänische Træstamme. Danach führte der Weg weiter an die äußerste Spitze Dänemarks.

In Grenen treffen Skagerrak und Kattegat aufeinander. Die Strömungen kommen aus unterschiedlichen Richtungen zusammen, die Wellen laufen gegeneinander, und ganz vorne an der Landspitze steht man tatsächlich zwischen zwei Meeren. Grenen ist rau, hell und eindrucksvoll. Man läuft durch den Sand, schaut auf die Brandung und merkt sofort, wie stark die Natur hier ist.

Baden sollte man dort allerdings nicht, denn die Strömungen sind gefährlich. Und auch wenn Winterbaden in Dänemark durchaus beliebt ist, gehörte es an diesem Tag definitiv nicht zum Vanlife-Programm.

Skagen Hafen und Restaurant in Dänemark
Grenen wo Skagerrak und Kattegat zusammentreffen in Dänemark

Tipps für Camper und Vanlifer in Dänemark

Dänemark ist ein wunderschönes Land für Camper, aber nicht unbedingt ein Land für völlig planloses Freistehen. Besonders im Sommer merkt man schnell, wie beliebt die Küstenorte, Inseln und Naturregionen sind.

Parken & Übernachten: In Dänemark gibt es viele Campingplätze, Stellplätze, Hafenstellplätze und einfache Übernachtungsmöglichkeiten für Camper. In der Hochsaison ist Vorreservieren sinnvoll, vor allem an der Westküste und an beliebten Ferienorten. Wer spontan reist, sollte früh ankommen und immer einen Plan B haben.

Freistehen & Rastplätze: Dänemark ist nicht wie Schweden oder Norwegen. Das Jedermannsrecht gilt hier nicht in der gleichen Form. Eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz oder Rastplatz kann je nach Ort möglich sein, wenn es nicht durch Schilder verboten ist und man wirklich nur parkt. Sobald man sichtbar campt, kann es Ärger geben.

Strandfahren in Dänemark: Ein besonderes Erlebnis ist das Strandfahren zum Beispiel auf Rømø,  Vejers Strand, Børsmose Strand, Rødhus und Løkken. Dort darf tagsüber auf ausgewiesenen Strandbereichen mit dem Auto oder Camper auf den Strand gefahren werden. Trotzdem sollte man vorsichtig bleiben: nur dort fahren, wo es erlaubt ist, auf festen Sand achten,. Es gilt unter anderem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h, und man fährt auf eigene Verantwortung. Übernachten am Strand ist nicht erlaubt.